1989 - 1990 Clubhausbau

In der Chronik des Club 70 wurde bereits die missliche Raumsituation der Bermaringer Jugend in den ausgehenden 80er Jahren beschrieben und war der immer stärker werdende Wunsch nach eigenen Räumen angeklungen.

Nachdem sich in dieser Frage während der Zeit wenig bewegt hatte, traten die Mitglieder des Club 70 die Flucht nach vorn an und erarbeiteten, nach Absprache mit Bürgermeister Epple, zusammen mit dem Architekten Ulli Bück aus Blaustein einen Entwurf für ein Jugendhaus.

Nach vielen Diskussionen hatte schließlich ein Plan breite Zustimmung gefunden, auf dessen Grundlage der Architekt einen Kostenvoranschlag erstellen konnte. Den Planungsunterlagen wurde eine Auflistung aller sich am Bau des Jugendhauses beteiligenden Jugendlichen und Handwerker beigefügt, denn für die Genehmigung im Gemeinderat, so Epple, wäre die Zusicherung, möglichst viel Eigenleistung zu erbringen, sehr förderlich.

Die Vorstandschaft des Club 70 ging nun mit den Planungsunterlagen zu den Fraktionen des Gemeinderates, um mit deren Mitgliedern vorab über das Projekt zu beraten und — wenn möglich — sich deren Zustimmung zu vergewissern. Auf der nächsten Gemeinderatssitzung am 31. Januar 1989 war der Antrag auf Baugenehmigung und Bezuschussung des Jugendhauses auf der Tagesordnung und wurde nach kurzer Beratung genehmigt. Die Aussicht, vom Land Baden-Württemberg aus einem Programm zur Entwicklung des ländlichen Raumes Gelder für dieses Projekt bewilligt zu bekommen, erleichterte die Entscheidung zugunsten des Jugendhauses.

Nachdem diese Hürde genommen war, wurde am 08. März 1989 beim Landratsamt Ulm ein Antrag auf Baugenehmigung gestellt, am 16. Juni 1989 wurde diesem Antrag stattgegeben.

Die Bauarbeiten begannen im August 1989 mit dem Abheben des Humus. Das Fundament wurde Anfang September ausgeschottert und betoniert von der Firma Schuler, die auch den Aushub übernommen hatte.

Mitte September wurden die Maurerarbeiten in Angriff genommen. Bis zum Giebel wurde alles in Eigenregie erstellt, so dass am 21. Oktober 1989 mit Unterstützung der Firma Keller mit dem Aufstellen des Dachstuhles begonnen werden konnte. Am 15. November wurde das Richtfest gefeiert mit anschließendem Aufrichtsschmaus im Gasthaus zum Ochsen. Dank der günstigen Witterung wurde im selben Monat noch das Dach eingedeckt, ebenfalls unter Anleitung und mit technischem Gerät von Zimmermeister Willi Keller.

Vorteilhaft erwies sich einmal mehr, dass viele Jugendliche einen Beruf im Bauhandwerk erlernt haben, obwohl natürlich die Anderen in Fleiß und Geschick kaum nachstanden. So wurde im Winter 90/91 die elektrischen Leitungen, die Wasser-, Heizungs- und Sanitärinstallation von sach- und fachkundigen Kräften ausgeführt. Der Wintergarten erhielt nach und nach seine Verglasung, in die Decke legte man einen Blindboden zum Ausschottern der Balken-Zwischenräume, Schreiner Geiwiz baute Fenster und Glastüren ein.

Im März erfolgte das Verputzen der Außen- und Innenwände, ausgeführt von der Firma Rapp aus Blaustein, daraufhin konnte unter Anleitung und Mithilfe von Jakob llg, einem erfahrenen Maurer, der Estrich verlegt werden. Zeitgleich hatte man unter dem Dach begonnen, die Unterkonstruktion für die Holzdecke anzubringen. Die Montage selbst zog sich bis in den Juli hinein hin. Im großen Raum wurden die Balkenzwischenräume ebenfalls mit Nut- und Federbrettern ausgefacht. Überhaupt ist im ganzen Haus viel Holz verbaut worden, aber sicher werden alle dem zustimmen, dass es kein anderes Material gibt, das angenehmere Atmosphäre schafft. Das Haus und der Hof erhielten eine Einfassung mit Beton- und Pflastersteinen.

Im September dann verlegte Norbert Vöhringer die Fliesen im Aufenthaltsraum, während diese Arbeit in den Toiletten von der Firma Baustoffring aus Ulm ausgeführt wurde. Die Theke, gefertigt von der Firma Däubler erhielt ihren Platz, während die Küche von der Schreinerei Geiwiz eingebaut wurde. Nach und nach vervollständigte sich das Jugendhaus, obwohl kurz vor Ende die sogenannten »kleinen Arbeiten« häufig am meisten aufhielten, wie sicher jeder gewesene Bauherr bestätigen wird, doch zu guter Letzt wurden auch die Kleinigkeiten fertig.

Zum Schluss noch ein paar Zahlen. Übersicht über die Baukosten:

Kostenvoranschlag:

Bauwerk:   235.000 DM

Nebenkosten: 149.000 DM

(Erschließung, Innenausstattung, Außenanlagen, Baunebenkosten)

Gesamtkosten: 384.000 DM

Kosten des selbst verarbeiteten Materials: 100.000 DM

Handwerkerleistungen:    150.000 DM

Kostenstand:     250.000 DM

Erbrachte Eigenleistung:   ca. 90.000 DM

Bauzeit:       ca. 15 Monate

Geschätzte Eigenleistung in Stunden: ca. 15.000

Anzahl der Mitarbeiter insgesamt:  ca. 50 Personen